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KLASSISCHE MUSIK CD's

CLAUDE DEBUSSY - PRÉLUDES

Velut Luna / via Boccaccio 31 (PD) / II 2007 / Piano:Elisa Marzorati / Claude Debussy - Préludes / CVLD 152 / 24bit/96kHz original recording made at Studio Zanta (Steinway&Sons D274 Concert Grand), Camponogara, Italy, on August 2006 using the latest standard of digital technology based upon Prism Sound AD2 analog-to-digital converter.

Track 01. Danseuses de Delphes
Track 02. Voiles
Track 03. Le vent dans la plaine
Track 04. Les sons et les parfums tournent dans l’air du soir
Track 05. Les collines d’Anacapri
Track 06. Des pas sur la neige
Track 07. Ce qu’a vu le vent d’Ouest
Track 08. La fille aux cheveux de lin
Track 09. La sérénade interrompue
Track 10. La cathédrale engloutie
Track 11. La danse de Puck
Track 12. Minstrels
Track 13. Brouillards
Track 14. Feuilles mortes
Track 15. La puerta del vino
Track 16. “Les Fées sont d’exquises danseuses”
Track 17. Bruyères
Track 18. Général Lavine – eccentric
Track 19. La terrasse des audiences du clair de lune
Track 20. Ondine
Track 21. Hommage à S. Pickwick Esq. P.P.M.P.C.
Track 22. Canope
Track 23. Les tierces alternées
Track 24. Feux d’artifice

ERSTES HEFT
Viele Komponisten haben Meisterwerke für das Klavier geschrieben, aber wenigen ist es gelungen, dem perkussiven Charakter des Instrumentes eine eigene Poesie abzugewinnen. Claude Debussy hebt die eigentlichen Grenzen des Klavieres hervor, indem er es wie ein „Instrument der Illusionen“ behandelt. Der Komponist erweitert die Möglichkeiten des Instrumentes und experimentiert mit der Besonderheit der Dauer und der Farbe der Töne. Der sorgfältige und präzise Gebrauch der Pedale ist von zentraler Wichtigkeit. Ähnlich wie Chopin betrachtet auch Debussy die Funktion des Resonanzpedals als „Atem“. Die Noten können ja auf dem Klavier nicht richtig ausgehalten werden, dafür kann man wunderbar mit den Kontrasten der einzelnen Register spielen.
Debussy hat mit diesen, zwischen 1910 und 1913 entstandenen Préludes eine neue Art Klaviermusik geschaffen, bei der die Musik fast sichtbare oder gar fühlbare Eindrücke hinterlässt.
I. Danseuses de Delphes
Das den 1. Band eröffnende Prélude wurde durch eine griechische Skulptur von drei Bacchantinnen inspiriert. Langsame Akkorde ziehen sich anmutig und würdevoll durch das ganze Stück.
II. Voiles
Der Titel dieses fast ausschliesslich in hexatonalen Tonleitern komponierten Prélude kann sowohl mit Segel, als auch mit Schleier übersetzt werden, wobei die Vorstellung von Segelbooten durch die über einem Orgelpunkt schaukelnden Terzen und Quarten nahe liegender ist.
III. Le vent dans la plaine
Das Gras einer Wiese bewegt sich sanft im Wind, dargestellt von einem von Arpeggien umspielten Motiv. Die Figur wird plötzlich von Akkorden unterbrochen, nimmt mehrmals das Windmotiv wieder auf, um sich dann allmählich zu verflüchtigen.
IV. Les sons et les parfums tournent dans l’air du soir
Dieser Titel ist das Zitat eines Verses aus dem Gedicht Harmonie du soir von Baudelaire, welches Debussy ursprünglich als Lied vertonen wollte. Die Klangfarben treffen den Ausdruck des Poeten sehr gut.
V. Les collines d’Anacapri
Hier wird mittels Glockenklängen, Fragmenten einer folkloristischen Melodie und einer Tarantella eine bukolische Landschaft beschrieben.
VI. Des pas sur la neige
In langsamem Rhythmus und nur fragmentarischer Melodie werden Fussspuren in einer Winterlandschaft angedeutet.
VII. Ce qu’a vu le vent d’Ouest
Eine von Debussy’s kraftvollsten und glühendsten Kompositionen. Sie beschreibt die Entwicklung eines Sturmes. Die typisch träumerischen Klänge anderer Präludien fehlen hier und Debussy entwickelt eine explosive, an Berlioz erinnernde Heftigkeit.
VIII. La fille aux cheveux de lin
Thema dieses bekannten Prélude ist eine Poesie aus den 4 Chansons écossaises von Leconte de Liste, in welchen imaginäre schottische Schönheiten beschrieben werden. Ursprünglich wollte Debussy dieses Gedicht als Lied vertonen.
IX. La sérénade interrompue
Nach Schottland wird eine exotische Vision von Spanien heraufbeschworen: eine Serenade in der die Klangeffekte an die Töne der Saiten einer Gitarre erinnern.
X. La cathédrale engloutie
Die alte bretonische Legende von der aus dem Meer auftauchenden Kathedrale von Ys gab Anregung zu diesem Prélude. Gregorianischer Gesang und mittelalterliche Harmonien geben den Eindruck von sanft schaukelnden Wellen und von versunkenen Glockenklängen.
XI. La danse de Puck
Die Liebe zu Shakespeare kommt in diesem Prélude mit der Figur Puck aus dem Sommernachtstraum zum Ausdruck. Puck tanzt ausgelassen und scheint voller Ideen für seine Tricks und Zaubereien zu sein. Aber plötzlich verschwindet er im Dunkel des Waldes.
XII. Minstrels
Es ist nicht sicher wovon sich Debussy anregen liess, als er dieses Prélude schrieb. Bekannt ist jedoch, dass Debussy den Zirkus liebte. Er könnte daher an Clowns oder an Akrobaten gedacht haben; aber Minstrels – wie sich viele Kritiker einig sind – scheint vom amerikanischen Cake-Walk inspiriert zu sein.


ZWEITES HEFT

Debussy forschte und experimentierte während seines ganzen Lebens mit der Darstellung einer visionären Musik. Das zweite Buch der Préludes – aus dem Jahr 1913, also fünf Jahre vor dem Tod des Komponisten geschrieben – bringt Werke die sich durch unglaublich originelle Harmonien auszeichnen: es gibt Beispiele von Bi- und sogar Politonalität, und Debussy schreckt auch vor dem Gebrauch von rauen, harten Dissonanzen nicht zurück.
Wie schon im ersten Buch kommen Themen aus dem literarischen, dem mythologischen und exotischen Bereich vor, und auch eine Vorliebe zur musikalischen Karikatur zeichnet sich deutlich ab.
I. Brouillards
Das erste Prélude des zweiten Heftes führt uns sofort in einen fast undurchdringlichen, impressionistischen Nebel. Einige diffuse Lichtstrahlen durchqueren diese trübe Musik, die durch Monet oder Whistler oder auch durch Debussy’s Besuch in London inspiriert worden sein könnte. Die geheimnisvolle musikalische Vision endet mit der Wiederholung zweier Akkorde.
II. Feuilles mortes
Herbstlandschaften sind zweifellos sehr typische Formen der Melancholie von Debussy. Die milde Verzweiflung des Fin de siècle kommt hier wunderbar zum Ausdruck. Wir hören wenige verdorrte Blätter in eine regungslose Landschaft fallen.
III. La puerta del vino
Der Titel dieses Stückes stammt von einer Postkarte mit dem berühmten Eingang der Alhambra, die der spanische Komponist Manuel de Falla an Claude Debussy geschickt hatte. Diese Musik muss kontrastreich mit extremer Gewalt und süsser Leidenschaft gespielt werden. Obwohl Debussy nie in Spanien gewesen ist, wird der spanische Charakter durch den das ganze Stück durchziehenden Rhythmus der Habanera eindeutig.
IV. “Les Fées sont d’exquises danseuses”
Dieses Prélude stammt aus der selben Schaffensperiode wie das Ballet Jeux, welches Debussy für den Choreographen Diaghilev geschrieben hatte. Triller und zarte Arpeggien halten dieses nervöse Flechtwerk lebendig, während die Gewandtheit der umherschwirrenden Tänzerinnen sich in unerwarteten Tempowechsel reflektiert.
V. Bruyères
Bruyères ist ohne Zweifel eine Antwort auf La fille aux cheveux de lin aus der ersten Folge der Préludes. Wir finden hier wieder die improvisiert wirkenden zarten, melodischen Linien.
VI. Général Lavine – eccentric
Zeitgenössische, folkloristische Musik aus den Vereinigten Staaten erscheinen in diesem Präludium, welches durch eine einen General darstellende Marionette angeregt wurde. Steiff und exzentrisch hinkt die Puppe durch das Stück.
VII. La terrasse des audiences du clair de lune
Mit diesem Stück wechselt die Atmosphäre unvermutet vom Musical-Charakter zu einer mit Mondschein beschienenen Landschaft. Der Titel stammt von einem Zeitungsartikel aus Le Temps (1912) indem die Krönungszeremonie von George V zum Kaiser von Indien beschrieben war.
VIII. Ondine
Spuren von ähnlichen Effekten finden wir bei der Wassernymphe Ondine, die leicht und anmutig in den Strömungen eines Flusses tanzt.
IX. Hommage à S. Pickwick Esq. P.P.M.P.C.
Eine Anspielung auf die britische Nationalhymne. Es könnte als Karikatur aufgefasst werden; jedenfalls besteht kein Zweifel über seine humoristische Natur.
X. Canope
Zwei antike Urnen von Canopus inspirieren die träumerische Besonnenheit dieses Prélude.
XI. Les tierces alternées
Das einzige der 24 Präludien welches nicht von literarischen oder Vorbildern der darstellenden Kunst angeregt wurde: es ist eine virtuose Etüde von alternierenden Terzen.
XII. Feux d’artifice
Diese Komposition nähert sich sehr dem Virtuosismus von Liszt. Es ist eher eine Rhapsodie als ein Prélude und endet – nach einem über die ganze Tastatur jagenden Glissando – mit einer aus der Ferne klingenden Anspielung an die Marseillaise.


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